Gemeinsame Anstrengung aller Nutznießer

Zu „Weingarten steht vor knallhartem Sparkurs“ (SZ vom 7. Juli):

Sollen Kultur- und Freizeitangebote in Weingarten der Bildung zum Opfer fallen? Eine harte Alternative.
Gestatten Sie mir einen kleinen Exkurs zu Beginn: Der Landkreis stellt seinen Bürgerinnen und Bürgern grundlegende Angebote zur Verfügung: Mit dem Klinikum St. Elisabeth eine zentrale gesundheitliche Versorgungseinrichtung, als Träger der beruflichen Schulen eine qualifizierende Grundlagenbildung zum Beispiel.
Das Klinikum macht circa 30.000.000 Euro Defizit in diesem Jahr, der Aus-, Um- und Neubau der beruflichen Schulen wird Zigmillionen Euro verschlingen zum Wohle der Bürger im Kreis.
Und woher kommt das Geld? Durch eine drastische Erhöhung der Kreisumlage tragen die Gemeinden, deren Bürger das Angebot nutzen können, diese Kosten mit.
Nun zurück zu Weingarten. Der Anteil auswärtiger Schüler an Weingartner Schulen liegt bei knapp 50 Prozent. Weingarten schafft also, ähnlich wie der Kreis, ein Angebot für viele Menschen auch aus dem Umland.
Aber wer trägt die Investition? Nur Weingarten. In den nächsten Jahren werden es insgesamt weit über 50.000.000 Euro sein. Wie soll das gehen? Durch Streichung ‚freiwilliger Leistungen‘ im Bereich Kultur etc., wie von der Aufsichtsbehörde gefordert?
Bessere Alternative: Das wird funktionieren, wenn die Gemeinden im Schussental zusammenrücken und ihrer Verantwortung gerecht werden: Was alle mit großem Gewinn nutzen, tragen alle mit. Dann werden auch die sogenannten freiwilligen Leistungen der Stadt zum Wohl aller Bürger des Schussentals erhalten bleiben können, die Familien werden sich weiterhin im Freibad erholen und die Kunstfreunde die Angebote von KuKo und Linse genießen können.
Aber dazu bedarf es bei so massiven Investitionskosten, wie sie in Weingarten erforderlich sind, der gemeinsamen Anstrengung aller Nutznießer.
Auch ohne die früheren Defizite durch das Krankenhaus – übrigens auch ein Beitrag zum Wohle des gesamten Schussentals: Solche Ausgaben sind von einer Kommune allein nicht mehr zu stemmen.
Alexander Jürgens, Weingarten

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